Glinder Zeitung - Südstormarner Vereinigung feierte runden Geburtstag

vom 05.07.11

40 Jahre gelebte Nächstenliebe

Reinbek (nil)= „Aus einer zarten Pflanze ist in vier Jahrzehnten eine Einrichtung mit 140 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von vier Millionen Euro geworden, die auf Qualität besonderen Wert legt." Mit diesen Worten skizzierte Helmut Schmitt in seiner Ansprache die Entwicklung der Südstormarner Vereinigung für Sozialarbeit (SVS) - die jüngst 40-jähriges Bestehen feierte.

Er begrüßte zum Festakt im Rathaus Reinbek Kreispräsidentin Christa Zeuke, Vertreter der Kommunalpolitik, Mitarbeiter, Vorstandskollegen und den Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbands (DPWV) Schleswig-Holstein, Günter-Ernst Basten, sowie besonders den Mitgründer der SVS, Hartwig Löhr.

Helmut Schmitt, der seit 1998 als Vorsitzender ehrenamtlich für die Vereinigung wirkt, hielt eine Rückschau auf die Arbeit seit 1971. Begonnen hatte damals alles mit Kindern, die in ihrem Zuhause keine Erziehung, Fürsorge und Unterstützung fanden. Für sie wurde eine Wohngemeinschaft mit pädagogischer Betreuung eingerichtet. Nach und nach seien immer mehr Einrichtungen und Bereiche hinzugekommen, sagte Schmitt. Dazu zählten die Beratungszentren für Kinder, Familien und Frauen, .die Sucht-, Drogen und die sozialpsychiatrische Beratung, die Altenpflege mit der ambulanten Tageseinrichtung, Haushaltshilfen, Essen auf Rädern und vieles mehr.

Auch wurden immer, wieder Häuser gekauft, um neue Einrichtungen unterzubringen und der SVS selbst ein Zuhause zu geben. „Auch derzeit sind wir wieder in Verhandlungen wegen eines eigenen Hauses, in Trittau", erläuterte Schmitt.

Kreispräsidentin Christa Zeuke betonte, sie habe schon früher als Lehrerin Schönningstedt die Hilfe der SVS regelmäßig für Schüler in Anspruch genommen. Auch als Politikerin habe sie in der SVS immer einen guten Ansprechpartner gefunden, und in vielen Bereichen arbeiten Kreis Stormarn sowie SVS zusammen.

Hans Helmut Enk, stellvertretender Bürgermeister Reinbeks, sprach die Finanzen an, die die Vereinigung jedes Jahr von der Stadt und dem Kreis erhalten, würde - „zu recht", wie er betonte. Denn der Verein zeigte, wie Nächstenliebe gelebt werde. Und doch gab es zu bedenken: „Die Zukunft verlangt nach offenen Augen, offenen Ohren und tatkräftigen Händen." Denn das Interesse am Ehrenamt werde immer schwächer.

Günter-Ernst Basten, Vorstandsvorsitzender des DPWV, betonte, die SVS habe in den vergangenen 40 Jahren viel bewegt und sei immer sehr dynamisch vorgegangen: „Die Südstormarner Vereinigung für Sozialarbeit ist noch lange nicht in die Jahre gekommen.“ Er verwies auf die jüngste Studie der Bertelsmann-Stiftung, die deutlich zeige, dass die Armut derzeit vor allem bei den Kindern herrsche. Und dass Bildung und die finanziellen Verhältnisse eng verknüpft seien. „Die soziale Welt in Deutschland ist nicht in Ordnung", unterstrich Basten. Es werde viel Geld für Soziales ausgegeben, aber das Ergebnis sei nicht immer zufrieden stellend.

Zum Abschluss wurde der Mitgründer der SVS, Hartwig Löhr, gewürdigt und zum Ehrenmitglied ernannt. Die Vereinigung ist eigentlich aus Langeweile und Frust entstanden“, sagte er. Langeweile habe er oft gehabt, wenn er in seinem Beruf als Jugendfürsorger am Gericht in Kiel saß. Frust habe er gehabt, wenn er immer wieder Vereine und Institutionen angeschrieben habe, um ein kleines Startgeld für einen Jugendlichen zu erbitten. Daraus sei der Verein entstanden. „Und dann habe ich immer wieder gemerkt, was noch in Reinbek fehlte, so Löhr. Es sei einfach immer mehr hinzugekommen - bis die Aufgaben neben der beruflichen Tätigkeit einfach nicht mehr zu schaffen gewesen seien.

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