Der Reinbeker - Gewalt kommt nicht in die Tüte

vom 20.11.2011

„Gewalt kommt nicht in die Tüte“

Landesweite Aktion informiert über die Frauenhelpline

 

Reinbek — Bereits zum siebten Mal heißt es in einer Aktionswoche der Beratungsstellen »Gewalt kommt nicht in die Tüte!«. In Kooperation mit Bäckern und erstmals auch mit Gemüsehändlern werden landesweit Tüten verteilt, auf denen die Telefonnummer der FRAUENHELPLINE abgedruckt ist. In Reinbek unterstützen Bäcker Dirk Baumgarten mit seiner Filiale bei REWE im KLOSTERMARKT sowie Ismet Koc mit dem BASAK-MARKT in der Bergstraße die Aktion.

Am Freitag, 25. November 2011, dem internationalen Tag unter dem Motto. »Nein zu Gewalt an Frauen« werden die Gleichstellungsbeauftragte Maria de Graaff Willemsen, die Polizei sowie die REINBEKER FRAUEN- UND MÄDCHENBERATUNG zudem einen Infostand am REWE-Eingang einrichten. Dafür haben sie Materialen vorbereitet, beispielsweise auch Informationen, wie man sich verhalten kann, wenn man in der Nachbarschaft häusliche Gewalt beobachtet.

Etwa 310.000 Brötchentüten will die Bäckerinnung im ganzen Land rund um den Aktionstag zum Einpacken ihrer Backwaren benutzen. Allein für Reinbek hat Baumgarten 4.000 Tüten geordert. Die Gemüsetüten werden in einer Aktion mit der türkischen Gemeinde verteilt. In sieben Sprachen ist dort aufgedruckt, wie sich Frauen Hilfe holen können, wenn ihnen Gewalt angetan wird. In einer laufenden Aktion verteilen Apotheken zudem Taschentücherpäckchen mit der HELPLINE.

So werden Betroffene möglichst unauffällig und einfach informiert. Zugleich wird häusliche Gewalt aus der Tabuzone in die Öffentlichkeit gerückt. Opfer sollen motiviert werden, sich Hilfe zu holen, Täter sollen erkennen, dass ihr Handeln geächtet ist und dass sie Konsequenzen erwarten müssen. Im BERATUNGSZENTRUM SÜDSTORMARN sind im vergangenen Jahr 38 Mädchen und Frauen mit Gewalterlebnissen beraten worden. 19 Kinder waren mit betroffen. Im Kreis Stormarn hat die Polizei 50 Fälle an die BERATUNGSSTELLE KIK NETZWERK gemeldet. Doch die Dunkelziffer ist hoch. Laut einer Studie der Bundesregierung aus dem Jahr 2004 ist jede vierte Frau mindestens einmal in ihrem Leben von Gewalt betroffen, aber nur 13 Prozent rufen in einer kritischen Situation die Polizei. Die kann eine Wegweisung für den Täter aussprechen.

Brigitte Sidow vom BERATUNGSZENTRUM SÜDSTORMARN hat die Erfahrung gemacht, dass es im Schnitt sieben Jahr dauert, bis eine Frau in der Lage ist, aus einer Gewaltspirale auszubrechen. Zu den besonderen Risikogruppen gehören Migrantinnen.

Die FRAUENHELPLINE ist unter Tel.: 0700-99911444 zu erreichen. Das Telefon ist montags bis freitags von 15-1 Uhr, sonnabends und sonntags von 10-1 Uhr besetzt.

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